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Geschichte des Orientteppichs

Carpet loomDie Teppichknüpfkunst erstreckt sich traditionell von China im Osten über die wichtigen Zentren Persien, Türkei und Europa bis nach Spanien im Westen. Man kann zwischen Nomaden-, Dorf- und Stadtteppichen unterscheiden. Die Materialien beinhalten Wolle, Seide und Baumwolle. Handgeknüpfte Orientteppiche werden entweder auf horizontalen oder vertikalen Knüpfstühlen hergestellt. Der Reichtum der Kunst spiegelt sich in den unzähligen Mustern, Stilen, Farben und Texturen der Teppiche wider.

Wohl am bekanntesten ist der Perserteppich, einer der herausragendsten Manifestationen persischer Kunst und Kultur, die bis in die Bronzezeit zurückreicht. 1947 wurde der bisher älteste noch existierende Teppich in einem Gebiet von ewigem Eis in Sibirien gefunden. Der sehr schöne, gut erhaltene Teppich zeigt die bereits hohe Entwicklung der Teppichknüpfkunst  Persiens um 500 v. Christus. Mit einer Knotendichte von 360 000 Knoten pro Quadratmeter, steht der berühmte Pazyryk Teppich seinen modernen Gegenstücken in Feinheit und Schönheit in keinster Weise nach. Das Stück ist in der Hermitage in St. Petersburg ausgestellt.

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Ausschnitt der Bordüre des Pazyryk Teppichs, von http://www.hermitagemuseum.org/ html_En/03/hm3_2_7d.html

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Der Ardabil Teppich (Detailansicht)

Die Knüpfkunst wurde an den kaiserlichen Höfen Persiens und Indiens im 15. und 16. Jahrhundert weiterentwickelt. Ein berühmtes Beispiel ist der äusserst grosse Ardabil Teppich, der im Victoria and Albert Museum in London zu sehen ist. Er hat seither durch sein reiches Design, seine Geometrie, und seine feine und symmetrische Ausführung ganze Generationen an Meisterknüpfern inspiriert. Der Flor ist aus Wolle, Kette und Schuss aus Seide . was eine hohe Knüpfdichte erlaubt.

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Darmstadt Madonna von Holbein (1528)
Source

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Ab dem 15. Jahrhundert werden Orientteppiche wichtiger Bestandteil an den Höfen der Europäischen Adelsfamilien. Orientteppiche – wenn auch oft stylisiert – werden in Ölgemälden der Zeit festgehalten, zum Beispiel in der Darmstädter Madonna von Holbein (1528) oder Vermeers Musikstunde (1665).

Ziegler carpet

Nach einer kurzen Stagnationsperiode erreichte der Perserteppich im 19. Jahrhundert neue künstlerische und kommerzielle Höhen. Firmen wie die in Manchester ansässisge Ziegler und co. hatten in Persien Manufakturen und produzierten Orientteppiche mit europäischen Designeinflüssen. Dieser Stil mit seinen sanften Beige- und Rottönen ist heute wieder populär und wird hauptsächlich in Afghanistan und Pakistan produziert.

Die Geschichte der Teppichknüpfkunst zeigt die Vielfalt und den Reichtum dieser Kunstform. Hier einige Beispiele der vielen Teppichdesigns, die heute erhältlich sind.